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Jul´18

Kletterkurs in Arco

zwischen Ausbildung und Dolce Vita

Kletterausbildung „Von der Halle an den Fels“ – vom 27.07. bis 30.07.2018 in Arco – die perfekte Mischung zwischen Ausbildung und „Dolce Vita“ in traumhaften Sportklettergebieten am Lago di Garda.

Je näher der Abfahrtstermin rückte, desto bewusster wurde es den drei Organisatoren und zehn Teilnehmern, dass am selben Tag auch Ferienbeginn in Bayern war. Außerdem hatte sich herausgestellt, dass am geplanten Kletterwochenende zufälligerweise auch noch das legendäre Rock Master Festival mit der internationalen Kletterelite in Arco stattfindet. In der Erwartung einer stauträchtigen und zeit- und nervenaufreibenden Anfahrt ging es am Freitagnachmittag gegen 15:00 Uhr am Treffpunk in Piding für die sportliche Reisegruppe los. Zu aller Überraschung verlief die Anreise trotz der prognostizierten Verkehrslage ohne größere Komplikationen und so konnte die, am Rande der Altstadt gelegene Unterkunft bereits vier Stunden später erreicht werden.

Nach dem Aufteilen der Teilnehmer auf die drei Appartements und dem Beziehen der großzügigen Unterkunft, ging es direkt in die Altstadt. Standesgemäß wurde für das Abendessen eine nahegelegene Pizzeria aufgesucht, die uns auf Anhieb so begeistert hat, dass sie auch für die kommenden Abende unsere erste Wahl für das Abendessen und das ein oder andere Glas Wein werden sollte.

Am ersten Klettertag ging es praktischerweise zu Fuß von der Unterkunft in das Klettergebiet Muro dell’asino am Monte Colodri mit 45 Routen in den Schwierigkeitsgraden 4a bis 6b. Das westseitige Gebiet lag bis zum frühen Nachmittag im Schatten, was sich bei den hohen Temperaturen als großer Vorteil herausgestellt hat. Die Anlage haben wir in perfektem und einsteigerfreundlichem Zustand vorgefunden und so konnten die ersten Routen schnell begangen werden. Erfreulicherweise waren die Erfahrungen und Fähigkeiten der Teilnehmer weitgehend homogen und die Sicherungstechniken wurden von allen sehr gut beherrscht. Die Trainer konnten deshalb mit individuellen Tipps zu Klettertechnik und –taktik auf die Teilnehmer eingehen. Am Nachmittag wurde mit dem sogenannten „Ausbinden und Fädeln“ noch eine Ausbildungseinheit durchgeführt, die anschließend noch geübt werden konnte.

Zurück in Arco, war der Street Boulder Wettbewerb gerade in vollem Gange. Bei dem  wertungsfreien Boulderwettkampf im Rahmen des Rock Master Festivals werden in der historischen Altstadt Hauseingänge, Torbögen und Stadtmauern gebouldert. Ein durchaus sehenswertes Spektakel. Später am Abend gab es an der Eisdiele sogar noch eine kurze Begegnung mit Adam Ondra, der gerade im Vorstiegswettkampf den undankbaren vierten Platz erreicht hatte.

Am zweiten Kurstag ging es in das Klettergebiet „Nago“. Auch hier erwartete die Teilnehmer wieder ein sehr gut eingerichtetes Gebiet mit etlichen einsteigerfreundlichen Routen und unterschiedlichen technischen Herausforderungen. Neben dem Sammeln von Erfahrung in der Felsenkletterei und dem Verfeinern der Klettertechnik und, stand als Ausbildungsinhalt das Abseilen auf dem Programm. Mit einigem Nervenkitzel wurde dann noch ein Sturztraining durchgeführt. Das anfangs sehr mulmige Gefühl beim bewussten „Loslassen“ wurde Sturz um Sturz besser, das Vertrauen in den Kletterpartner am Sicherungsgerät immer größer. Und so konnte auch dieser Ausbildungsinhalt erfolgreich von allen Teilnehmern abgeschlossen werden.

Zum Abschluss stand am Montag der Klettergarten „Pian del Levro“ bei Boccaldo auf dem Programm. Nachdem die abenteuerliche und kurvenreiche Anfahrt zunächst zu leichter Verstimmung in der Magengegend geführt hatte, ging es nach kurzem Zustieg sehr entspannt zum Klettern. Heute stand das Verbessern der Klettertechnik im Fokus. Durch die hilfreichen und sachkundigen Tipps der Trainer, konnte sich jeder in seiner individuellen Technik verbessern und sich den durchaus anspruchsvollen Routen widmen. Nachdem am Nachmittag die letzten Kraftreserven aufgebraucht waren und die Sonne den Klettergarten inzwischen ordentlich aufgeheizt hatte, ging es noch für eine abschließende Kaffeerunde nach Villa Lagarina und von dort auf den Rückweg nach Piding.

Martin Hausner