09 12
Jul´20

Hochtourenkurs Oberwalderhütte

in die wilde Welt der Gletscher

Nachdem lange nicht so recht sicher war, ob der Hochtourenkurs denn überhaupt stattfinden konnte, ging es nach grünem Licht von Seiten der Sektion für unsere kleine sieben-Personen-Gruppe Mitte Juli für vier Tage ins Großglockner-Massiv.

Nach einer serpentinenreichen Anfahrt wurden an der Franz-Josefs-Höhe die Autos abgestellt und wir machten uns, anfangs noch von Touristentrauben umgeben, voll bepackt auf in Richtung der Oberwalderhütte, unserem Ausgangspunkt. Dort angekommen blieb uns vor dem Abendessen noch etwas Zeit, die ersten Grundlagen für das Bilden von Seilschaften und der Spaltenbergung zu lernen und uns mit dem am Gletscher benötigten Material vertraut zu machen.

Den folgenden, sehr sonnigen Tag konnten wir ausgiebig nutzen, weiter an der Spaltenbergung in Schnee- und Eisverhältnissen zu feilen und die Steigeisen auszuprobieren. Nach dem ausgefüllten Tag wurde der Abend mit einem feinen Essen und einigen Runden Schafkopfen lange nach der sonst üblichen 10 Uhr-Sperrstunde beendet, die vom sehr entspannten Hüttenpersonal zu unserer Freude nicht so eng genommen wurde.

Für den nächsten Tag hatte sich eine Kaltfront angekündigt, die uns im Tagesverlauf erst Regen und dann Neuschnee brachte, weshalb die Zeit vor allem für einige Theorieeinheiten zu Tourenplanung, Orientierung und Wetterkunde genutzt wurde.

Für den Abschlusstag hieß es trotz kurzer Nachtruhe, um kurz vor 6 aufzustehen, weil wir dank besserer Bedingungen zu einer Tour auf die Hohe Riffl starten konnten. In einer Wolkendecke losgelaufen, klarte sich die Sicht immer mehr auf und wir spurten uns in zwei Seilschaften in schönstem Neuschnee den Weg zum Gipfel. Der Rückweg zum Haus ging nochmal um einiges zügiger und nach einer kurzen Verschnauf- und Umpackpause gings wieder runter, wo man sich plötzlich inmitten der vielen Bergtouristen an der Franz-Josefs-Höhe nach den schönen und stillen Gletschererlebnissen ein wenig überrumpelt fühlte.

Die Feedback-Runde am Parkplatz ließ bei allen durchklingen, dass es sehr erfüllte, aufschlussreiche und schöne vier Tage waren, wozu neben dem toll vermittelten Ausbildungswissen die Harmonie und der Spaß innerhalb der Gruppe, die lustigen und langen Schafkopf-Hüttenabende und das gemeinsame Genießen des In-den-Bergen-Seins beigetragen haben. Schee wars!

Elli Schweiger