06 08
Jul´18

Hochtouren Ausbildung

Grundausbildung im Eis

Wäre es nach dem Motto von Max gegangen, nämlich “ois wos ma ned ohod, kon a ned noß werden“, wäre die optimale Bekleidung für die Hochtouren-Ausbildung äußerst dürftig ausgefallen, denn schon am Tag des Hüttenaufstiegs waren wir nicht gerade mit gutem Wetter gesegnet.

Doch leider ließen uns die zudem herrschenden eher frostigen Temperaturen nicht von Max Empfehlung überzeugen und alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Kurses, sowie Max und Christoph stiegen gut eingepackt, in besten Regen-Klamotten samt Überhosen, zur Hütte auf, um ausgiebig das gegebene Gore-Tex-Versprechen unterschiedlichster Hersteller auf Herz und Nieren zu Prüfen. Nach ca. 2 Stunden Aufstieg bei durchgehendem Regen, gab irgendwann auch das beste Material den Regenmengen nach. Trotzdem meisterten alle auch die letzten, mit stahlseilgesicherten, Passagen zur Hütte bravourös und so trudelten wir nach und nach in der Hütte ein. Bei dem ein oder anderen Bier und auch Gläschen Wein gelang es uns dann uns wieder aufzuwärmen und auf die erste Lagernacht einzustimmen und dabei den ersten Tag ausklingen zu lassen.  Als am nächsten Morgen dann auch Julian zu uns stieß, der anreise- und witterungsbedingt die erste Nacht im Parkhaus vorziehen musste, waren wir vollzählig und konnten mit dem geplanten Ausbildungsprogramm starten. Ein letzter Materialcheck und ein bisschen Knotentechnik in der warmen Stube konnten wir noch rausschlagen, bevor es wieder bestens eingepackt mit den zumindest bei den Meisten wieder trockenen Klamotten raus in die Kälte ging. Frohen Mutes und der Hoffnung auf Wetterbesserung starteten wir angeseilt über den Gletscher, um dort die ersten Gehversuche mit Steigeisen zu wagen. Unabhängig vom Ausgangsniveau stellte dies im flachen Gelände für alle Teilnehmer keine allzu große Herausforderung dar. Daher konnten wir uns schnell in steilere Passagen vorwagen und die der jeweiligen Steilheit angepassten Techniken erlernen. Zur Unterstützung zogen wir dann auch den Pickel hinzu und lernten ihn bewusst einzusetzen. Den Abschluss des Vormittags bildete der Versuch, sich aus dem Sturz möglichst schnell wieder zu fangen. Hierbei konnten wir unser Talent auch selbst unter Beweis stellen. Den besten Übungseffekt lieferten hierbei vermutlich, die nicht ganz so geplanten Sturzversuche, die durch eine schnelle Wendung in Bauchlage in Liegestützposition dennoch kaum zu enttarnen waren. Nach einer kurzen Verschnaufpause und einer dazugehörigen Brotzeit simulierten wir am Nachmittag in Dreierseilschaften einen Spaltensturz und die anschließende Gletscherspaltenbergung. Unter toller und geduldiger Anleitung konnte jeder alle Positionen ausprobieren und souverän wurden alle aus den Spalten unversehrt befreit. Selbst die Ratschkatln unter den Teilnehmerinnen konnten bestens unter Beweis stellen, dass sie durchaus, aufgepasst hatten und es sich bei den Gesprächen die sie vielleicht mal nebenbei führten, fast ausschließlich um Fachsimpelei handelte, nicht aber um themenfremde Gespräche J. So ging auch der zweite Tag vorüber, welcher wiederum beim Aufwärmen in der Stube sein gelungenes Ende fand.

Für den Sonntag, der laut Wetterbericht noch mit Sonnenschein angepriesen wurde, planten wir am Abend alle gemeinsam unser Tourenziel. Der Johannisberg sollte es werden.

Wir starteten wie vereinbart pünktlich und machten uns auf den Weg durch den dichten Nebel. Stets mit der Hoffnung, der Wetterbericht würde recht behalten, wurde das vor-sich-hin-Wandern im kompletten Weiß bisweilen zu meditativen Zwecken genutzt. Aber nachdem zwei von ihnen prompt in eine Spalte rutschten, entschieden unsere Guides zur Zufriedenheit aller die Umkehr. Das gute Wetter würde wohl noch eine Weile auf sich warten lassen und so war es auch. Die topmotivierten und vom Wissensdurst kaum zu Bändigenden unter den Teilnehmern wagten sich nach Rückkehr zur Hütte nochmal raus in die Kälte und ließen sich von Christoph im strömenden Regen die Möglichkeit zeigen, sich selbst aus der Spalte zu befreien. Nach einem kurzen gemeinsamen Aufwärmen aller, ging es dann an den Abstieg. Um viele Infos und Kenntnisse reicher und mit einer Handvoll lustiger und schöner Erinnerungen kamen alle wohlbehalten wieder im Tal an.

Christoph, Max, und Julian wir bedanken uns herzlichen für den tollen Kurs. Es hat uns – ich glaub ich kann für alle sprechen- einen riesen Spaß gemacht und wir konnten ganz viel mitnehmen und dazulernen. Danke.

Susi Lindinger