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Sep.´26

Genusswandern Rudolfshütte, 2.315 m

Tourenbericht: Genusswandern Rudolfshütte auf 2.315 m
04. – 06. September 2026

Wir waren sieben unternehmungslustige Wanderinnen und Wanderer mit unserer Wanderleiterin Rosemarie. Bereits um 6:30 Uhr trafen wir uns am Thermen-Parkplatz und machten uns gemeinsam auf den Weg.

Da wir frühzeitig an der Bergbahn ankamen, blieb noch genügend Zeit, um in Ruhe die geplanten Touren der kommenden Tage zu besprechen. Rosemarie stellte uns die verschiedenen Möglichkeiten vor und gab wichtige Hinweise zu den Touren, den Anforderungen und den aktuellen Bedingungen im hochalpinen Gelände.

Das Berghotel Rudolfshütte auf 2.315 m ist schon etwas Besonderes: Sauna, Hallenbad und vor allem die großartige Lage inmitten einer kargen, aber beeindruckenden Hochgebirgslandschaft machen den Aufenthalt zu einem besonderen Erlebnis.

Nachdem wir unser Gepäck verstaut, die Zimmer bezogen und uns eine kleine Stärkung gegönnt hatten, zog es uns auch schon hinaus in die Bergwelt. Unsere erste Tour führte uns hinauf zum Medelzkopf auf 2.760 m – ein aussichtsreicher Auftakt für unsere gemeinsamen Wandertage.

Von der Rudolfshütte stiegen wir südwärts auf und folgten hinter der Brücke dem Weg 711 in Richtung Kalser Tauern. Über Blockwerk und Gletscherschliffe führte uns der Weg hinauf zur alten Passhöhe mit ihrem markanten Kreuz. Dieser historische Pass verbindet seit Jahrhunderten den genutzte, gletscherfreie Übergang zum Stubachtal nach Osttirol und Ausblick zur Großglocknergruppe.

Von dort folgten wir den Steinmanderln über felsiges Gelände zur Medelzlacke und weiter zum Aussichtsplateau. Hier bot sich uns bereits ein herrlicher Blick hinunter ins Dorfertal bei Kals.

Nun begann der eindrucksvollste Teil des Aufstiegs: Über ein riesiges Blockfeld führte der gut markierte Steig hinauf zum Medelzkopf auf 2.760 m. Unterwegs begegneten uns zahlreiche, teilweise riesige Steinmännchen, die dem Weg einen ganz besonderen Charakter verliehen.

Bei bestem Bergwetter erreichten wir gegen 13:30 Uhr den Gipfel. Der Panoramablick war einfach überwältigend. Während unserer wohlverdienten Brotzeit erwartete uns noch ein besonderes Naturschauspiel: Fünf Geier zogen majestätisch über unseren Köpfen ihre Kreise – ein unvergesslicher Moment und ein wunderbarer Höhepunkt unserer ersten Tour.

Der Abstieg verlief leichter als gedacht, und zufrieden kehrten wir zur Rudolfshütte zurück. Einige nutzten die Zeit zum Entspannen in der Sauna oder im Hallenbad. Auch das anschließende Getränk schmeckte nach dieser schönen Tour besonders gut – zumindest mir.

Das Abendessen war hervorragend, und am leckeren Nachtisch kam wohl kaum jemand vorbei. Einen schöneren Abschluss hätte dieser erste Tag kaum haben können: Draußen wurden wir noch mit einem beeindruckenden Alpenglühen belohnt, das die umliegenden Berge in ein wunderschönes Licht tauchte.

Am Samstag machten wir uns auf den Gletscherlehrweg in Richtung Sonnblick-Kees. Der Rundwanderweg bietet normalerweise ein beeindruckendes Hochgebirgspanorama mit Blick auf die umliegenden Dreitausender. Doch an diesem Tag meinte es der Wettergott nicht ganz so gut mit uns: Dichter Nebel wurde zu unserem ständigen Begleiter und die Sicht zunehmend schlechter.

Schließlich teilte sich unsere Gruppe. Ein Teil setzte die Rundtour fort und gelangte über einen teilweise mit Leitern gesicherten Steig und über die Staumauer zurück zur Rudolfshütte. Die anderen entschieden sich aufgrund der schlechten Sicht, auf demselben Weg zurückzugehen.

Glücklicherweise klarte es später wieder etwas auf. Rosemarie und ich nutzten die Gelegenheit und machten uns noch auf die Suche nach Murmeltieren. Ihre lauten Pfiffe waren deutlich zu hören – doch so sehr wir auch Ausschau hielten, sehen ließen sie sich leider nicht.

Der Sonntag zeigte sich dafür von seiner schönsten Seite: sonnig, warm und mit herrlicher Fernsicht.

Über die Steinerne Stiege stiegen wir hinunter zum Gletschergrund am Tauernmoosbach. Auf diesem anspruchsvollen Abschnitt war absolute Trittsicherheit gefragt. Dort trennten sich unsere Wege für kurze Zeit: Die Jüngeren unserer Gruppe machten sich noch in Richtung Gletscherzunge auf, während wir anderen zum Hinteren Schafbichlweitergingen, um dort den angekündigten Berggottesdienst mitzuerleben.

Der Pfarrer hielt eine sehr persönliche und nachdenklich stimmende Predigt, die von vier Alphornbläsern musikalisch begleitet wurde. Inmitten dieser gewaltigen Bergkulisse, bei strahlendem Sonnenschein und den Klängen der Alphörner, war dies ein besonders schöner und ergreifender Moment, der uns sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Anschließend folgte ein abwechslungsreicher und traumhaft schöner Abstieg zur Mittelstation, wo wir schließlich alle wieder zusammentrafen. Unten im Tal ließen wir unsere gemeinsamen Wandertage bei einer gemütlichen Einkehr noch einmal Revue passieren, bevor wir die Heimfahrt antraten.

Zum Abschluss möchte ich mich ganz herzlich für diese wundervollen Wandertage und besonders bei unserer Wanderleiterin Rosemarie für die hervorragende Organisation und Führung bedanken. Ebenso gilt mein Dank dem Alpenverein, der mir dieses schöne Erlebnis ermöglicht hat.

Es waren drei wunderschöne, abwechslungsreiche Tage mit beeindruckenden Bergerlebnissen, vielen gemeinsamen Momenten und unvergesslichen Eindrücken – eine Genusswanderung, an die ich mich noch lange und sehr gerne erinnern werde.