Klettersteige in den Julischen Alpen vom 18. bis 20. September 2026
Als ich vor vielen Jahren bei einer DAV-Wanderwoche in den Julischen Alpen war, hab ich mich bereits in diese wunderbare Gegen verliebt und bereits damals hab ich davon geträumt, einmal wieder zum Klettersteig gehen zu kommen.
Logisch, dass mir die Tour von Karin da sofort ins Auge gestochen ist und – was für ein Glück – war auch noch Platz auf der Teilnehmerliste.
Die Anfahrt über den Wurzenpass auf den Vršič-Pass verlief wie im Flug und so waren wir am Freitag pünktlich zum Abendessen auf unserer Hütte, der Postman’s Lodge.
Für den Samstag war ursprünglich die größere der beiden Touren geplant, da es aber in der Nacht noch regnete und morgens die Landschaft noch im Nebel lag, gingen wir den Tag entspannt an und drehten uns im Bett nochmal um.
Die kürzere der beiden Touren führte uns über die Nordseite auf den Mala Mojstrovka (2333 m). Beim Aufstieg konnte man sich mit den Slowenischen Klettersteigen schon mal vertraut machen, denn anders als bei uns gibt es da gerne mal ein paar ungesicherte und teilweise recht ausgesetzte geh- oder kletterpassagen. Am Gipfel angekommen warteten wir hartnäckig auf die versprochene Sonne, gaben uns aber letztendlich mit ein paar Wolkenlücken zufrieden.
Der Abstieg erfolgte südseitig über den Normalweg.
Am nächsten Tag war dann das perfekte Wetter um die lange Tour anzupacken. Leicht nervös durch die Tourenbeschreibung und die Ungewissheit, wie wir wohl die nasse Schlüsselstelle meistern werden, ging es los. Ein markantes Felsengesicht (Ajdovska Deklica „Heidnisches Mädchen“) beobachtete uns beim Zustieg. Bei bestem Wetter verlief der Klettersteig durch eine Nordwand Richtung größtem Felsloch der Alpen (Prednje okno). Die Schlüsselstelle entpuppte sich als glattes Kriechband, das mit entsprechender Technik super zu bewältigen war. Auch der weitere Klettersteig hat richtig Spaß gemacht und endete mit dem Durchklettern des knapp 100 m hohen Lochs, das zugleich den Übergang zur Südseite des Berges darstellte.
Nach einer kurzen Pause beschossen wir, den 1 1/2 Stunden entfernten Gipfel des Prisank (2547 m) ebenfalls noch zu stürmen. Die Anforderungen blieben hoch, der teilweise ausgesetzte Grat hatte wenig Seilversicherungen, dafür wunderbare Ausblicke zum Triglav, Mangart und der umliegenden Bergwelt.
Glücklich und zufrieden wurde eine gemütliche Gipfelrast gemacht, ehe wir uns hoch konzentriert auf den Rückweg machten.
Zurück beim Felsenloch führte der Normalweg erst über eine steile Edelweiß-Wiese und dann durch Latschen- und Schotterhänge zurück zum Auto, welches dank Karin und Christoph direkt zur Jausenstation gebracht wurde.
Nachdem wir uns nochmal mit einigen regionale Spezialitäten gestärkt haben, traten wir die Heimfahrt an.
Vielen Dank an Karin und Christoph. Die Tourenauswahl war perfekt und ich bin sehr dankbar, dass ich dabei sein durfte!!