Vier Gipfel auf einen Streich
Es dämmerte gerade, als sich die sieben Teilnehmer um 5:00 Uhr auf dem Parkplatz an der Therme Bad Reichenhall trafen, um unter der Leitung von Axel Seemann mit dem Sektionsbus in gut einstündiger Fahrt nach Wengerau (988 m) ins Tennengebirge zu kommen. Auf dem Programm standen 16 km technisch nicht schwierige Wegstrecke, 1800 Höhenmeter und vier Wandergipfel.
Der Aufstieg verlief in 1 ½ Stunden zunächst über Almwege, dann steil aufwärts durch einen Wald und weiter über einen Pfad durch Almwiesen zur Dr. Hackel-Hütte, wo die erste Trinkpause eingelegt wurde. Schon hier zeigte sich das herrliche Panorama in Richtung Hohe Tauern sowie die ersten Sonnenstrahlen. Weiter zog sich der Pfad steil aufwärts, teilweise durch Latschenfelder hindurch und zum Schluss durch die enge Tauernscharte (2.103 m) hindurch, die nach weiteren 1 ½ Stunden erreicht wurde.
Von hier hat man den Rundblick auf die Zustiege zu allen vier Gipfeln, die Axel ausführlich beschrieb. Jeder konnte wählen, ob er das Gesamtpaket erwandern oder weniger Gipfel, weil der Tourenverlauf mehrfach fast zu Tauernscharte zurückführte.
Zuerst bestiegen wir in absturzgefährdetem Gelände den Tauernkogel (2.247 m), vom dem sich ein überwältigender Rundblick vom Dachstein über die Hohen Tauern bis zu den Leogangern ergibt. Genau die richtige Stelle für eine ausgiebige Pause.
Dann der vorsichtige Abstieg und folgende Aufstieg durch meist wegloses Gelände auf den Briefkogel (2.316 m), dessen Gipfel ein großes, völlig waagrechtes grasbewachsenes Plateau ist. Es folgte ein kurzer Abstieg in eine Senke und der Aufstieg auf die Schartwand (2.339 m). Dieser Gipfel ist vor allem für sein gläsernes, grün schimmerndes Gipfelkreuz bekannt. Nach Norden erstreckt sich der Blick auf das ausgedehnte, verkarstete Hochplateau des Tennengebirges. Kurze Pause und weiter im westlichen Bogen nach unten in eine große Mulde. Hier fragte Axel, wer denn noch auf den Eiskogel (2.321 m) steigen wolle, der auf seiner Süd- und Westseite mit bis zu 1000 Meter hohen Felswänden abbricht. Das lies sich keiner entgehen.
Der Rückweg führte uns erneut durch die Tauernscharte und auf gleichem Weg zurück zum Parkplatz. Den vielen Schotter unter unseren Schuhen hatten wir beim Aufstieg gar nicht bemerkt. Es zog sich, die Schuhe drückten und wir waren müde, aber glücklich und ließen diesen herrlichen Tag in der Wengerau Alm ausklingen.