Der Alpenverein bekommt einen Bus

Sektionsberichte/Presse

Bad Reichenhall (kb) – Mit über 3.300 Mitgliedern ist die Alpenvereinssektion Bad Reichenhall der größte örtliche Verein. Allein im vergangenen Jahr konnte der Vorstand 253 Neuzugänge verzeichnen, darunter viele Familien. Auf der Jahreshauptversammlung im Gasthof Bürgerbräu gaben einige Referenten einen Rückblick auf 2010 und eine Programmvorschau für 2011. So sollen unter anderem im Reichenhaller Haus Brandschutzmaßnahmen durchgeführt, am Einstieg zu den „Steinernen Jagern“ eine neue Brücke gesetzt und ein Vereinsbus angeschafft werden.

 

„Das letzte Jahr ist wieder alles gut über die Bühne gegangen, darüber bin ich froh und glücklich“, fing Fritz Eberlein, seit vielen Jahren zuständig für das Reichenhaller Haus auf dem Staufen, mit den obligatorischen Berichten an. Letztes Jahr habe man an den wenigen zusammenhängenden Sonnentagen einen neuen Dachanstrich aufgebracht, größere Bauarbeiten seien nicht durchgeführt worden. Dafür habe sich in Sachen Brandschutz einiges getan. Das vom Architekturbüro ausgearbeitete Brandschutzkonzept wurde von der Stadtverwaltung abgesegnet und soll nun umgesetzt werden. „Das wird sich so gestalten, dass das Reichenhaller Haus in zwei, durch rauchdichte Türen getrennte Abschnitte geteilt wird. Aus jedem Abschnitt können die Personen je nach Brandherd sicher ins Freie gelangen. Das jetzt schon vorhandene Fluchtfenster im Dachgeschoß wird dazu auf das erforderliche Normmaß vergrößert“, erklärte Eberlein anhand von Fotos und Luftaufnahmen. Noch im Herbst sollen die Maßnahmen abgeschlossen sein.

Einiges vor hat auch Hans Weber, der das Amt des Tourenreferenten erst im vergangenen Jahr von Engelbert Eder übernommen hatte. Mit seinen 27 Tourenbegleitern hat er ein breites Angebot gespannt: von Skitouren aller Schwierigkeitsgrade bis hin zu Sommerunternehmungen gilt sein Augenmerk vor allem den Ausbildungen. Kletterkurse in der Halle und im Fels sowie Lawinenfortbildungen stehen auf dem Programm.

Rund 1.000 reine ehrenamtliche Arbeitsstunden hat 2010 Werner Riedel mit seiner Wegebaumannschaft absolviert. „Und da sind die 500 Stunden An- und Abmarsch zu den jeweiligen Einsatzorten noch gar nicht dabei“.  Insgesamt 130 Kilometer Bergwege werden von der DAV Sektion Bad Reichenhall instand gehalten. Da sind Einsatz und Engagement gefragt. Beim Wegeeinstandstag 2010 setzten fleißige Mitglieder am Bichlweg neue Stufen, Wasserabweiser und Wegebegrenzungen, heuer steht der Einstieg zu den „Steinernen Jagern“ auf der Liste. Im Bereich der Buchmahd soll am 25. Juni eine stabile Brücke errichtet werden. Außerdem hat das Wegeteam um Werner Riedel fast das gesamte Wegenetz mit neuen, gelben Schildern versehen, auf denen neben den zeitlichen Distanzen auch die Schwierigkeit der Wege bewertet wird. Weil sein Wegeteam in die Jahre gekommen, die schweren Arbeiten mühevoll und der Bürokratismus uferlos geworden sei, würde sich Referent Werner Riedel über neue Mitglieder freuen.

Über Nachwuchsmangel bei den Kletterkids kann sich dagegen Jugendreferent Christian Reichelt nicht beklagen, zwei neue Gruppen seien im letzten Jahr dazugekommen, so dass der Alpenverein mittlerweile wöchentlich fünf Klettergruppen und 60 Kinder betreut. „Da kommen einige Stunden zusammen“, so Reichelt. Sehr zur Freude von Vereinsvorstand Christoph Sperger, der das gesamte Jugendangebot der Sektion lobte. „Für das was wir unseren Jugendlichen bieten, zahlen andere in Adventure Clubs viel Geld. Und wir garantieren auch noch hohe Sicherheit.“ Besonders freue ihn, wenn der Nachwuchs nicht nur in den Kletterhallen, sondern auch draußen am Fels unterwegs ist und ihnen die Natur nahe gebracht wird. „Das muss als Alpenverein unser Ziel sein.“

Der Natur ganz nahe sind Jahr für Jahr auch die aktiven DAV-Senioren unter Führung von Alois Häusl, der wieder eine ganze Menge Dias vorbereitet hatte. Mit 25 Touren und 638 Teilnehmern sei es ein sehr aktives Jahr gewesen, in dem es unter anderem zum Skifahren ins „Val di Sole“, mit dem Rad über die Alpen zum Gardasee und nach Südtirol und zum Wandern ins Tessin ging.

Ein Bus für alle

Nach Vorlage des Kassenberichtes und Entlastung der Vorstandschaft gab der Vorsitzende Christoph Sperger noch eine geplante Neuigkeit bekannt: der Verein hat sich für die Anschaffung eines Busses entschlossen. Überlegt habe man schon lange, und jetzt sei ihnen beziehungsweise dem DAV Regionalstützpunkt Skibergsteigen Berchtesgadener Land/Traunstein ein Fahrzeug quasi auf dem Silbertablett serviert worden. Zum Kaupreis von 19.600 Euro könne man den sechs Monate alten Bus der deutschen Bobfahrer übernehmen. Sponsorengelder, die die Unterhaltskosten von zwei Jahren decken, habe der Stützpunkt auch schon akquiriert, man müsse also nur noch zugreifen. Das Fahrzeug soll im Winter zwar in erster Linie dem Stützpunkt dienen, im Sommer aber allen zur Verfügung stehen, vom Wegeteam bis hin zur Jugend. Ohne Gegenstimme segneten die Mitglieder das Vorhaben ab. Sollte es wieder erwarten nicht gut gehen, könne das Fahrzeug ja jederzeit wieder abgegeben werden. „Aber das wird ein Selbstläufer“, ist sich Christoph Sperger sicher.

Exklusiv für das Reichenhaller Tagblatt

 
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