Blockheizkraftwerk für das Staufenhaus

Sektion

Alpenverein Bad Reichenhall investiert hohe Summe in sichere Trinkwasserversorgung

 

BAD REICHENHALL - Am 1. Mai eröffneten die Wirtsleute Martina und Heinz Frommelt auf dem Staufenhaus der Alpenvereins-Sektion Bad Reichenhall die neue Bergsteigersaison. Auch 2004 werden an schönen Wochenenden täglich bis zu 200 Bergsteiger die Gipfelregion des Hochstaufens ersteigen. Auf dem Staufenhaus sind umfangreiche Baumaßnahmen vorgesehen. Eine neue EU-Verordnung veranlasste das Landratsamt Berchtesgadener Land, die verschärften Bestimmungen für den „Vollzug des Infektionsschutzgesetzes und der Trinkwasserversorgung“ einzufordern.

 

Sektionsvorstand Christoph Sperger betont: „Es hat in all den Jahren und Jahrzehnten nie gesundheitliche Probleme mit unserer Wasserversorgung gegeben, doch wir müssen uns an gesetzliche Vorgaben halten, auch wenn es teuer wird.“ Mit dafür nötigen Investitionen von 80.000 Euro ist die DAV-Sektion Bad Reichenhall an ihre Grenzen gestoßen.

Die zunächst angestrebte „Minimallösung“ hat sich als unrealistisch erwiesen. Zu viele Faktoren und Aspekte sind zu berücksichtigen. Das Einfachste dabei erscheint eine Ausweitung der Tankkapazitäten von 6.500 auf mehr als 8.000 Liter Fassungsvermögen für Regenwasser. Eine eigene Quelle steht dem Staufenhaus in der Gipfelregion nicht zur Verfügung. Die Desinfektion des Wassers wird mittels einer UV-Entkeimungsanlage und zweier Filter erreicht.

Doch dieser Prozess und das Pumpen des Wassers vom Rohwasserbehälter zum Hochbehälter mit Reinwasser erfordert eine Energieleistung, die über die derzeitige Photovoltaikanlage nicht verfügbar ist.

Es musste also eine weitere Energieversorgung für das Staufenhaus gefunden werden. Der Vorstand entschloss sich für die Anschaffung eines Blockheizkraftwerkes (BHK), das für die Berghütte weitere Vorteile mit sich bringt. Für die Küche können damit endlich dringend benötigte technische Geräte „ans Netz gehen“, und mit der entstehenden thermischen Energie können das Brauchwasser erwärmt und die Gaststube beheizt werden.

Fritz Eberlein, der das Referat Staufenhaus beim Alpenverein leitet, freut sich über die endlich gefunden Lösung. „Das BHK wird mit Rapsöl betrieben, ein nachhaltiger Rohstoff, der auch für den Hubschraubertransport im 200-Liter-Fass keine Probleme bereitet. Mit etwas Glück reicht uns ein Fass jährlich, denn die Anlage ist nur wenige Stunden am Tag in Betrieb und auch nur an bewölkten Tagen.“

Christoph Sperger freut sich über die zukunftsweisende und förderungswürdige Maßnahme. Wir haben zwar jetzt eine „Maximallösung“, doch die wird von unserem Dachverband und vom Umweltministerium bezuschusst. Zudem hoffe ich, dass wir damit für die nächsten 20 Jahre die ausreichende Versorgung mit Trinkwasser und Energie für das Reichenhaller Staufenhaus gesichert haben.

 

 

 
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